Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir …


Vor einigen Jahren ging ein Tweet viral, in dem sich eine Abiturientin darüber beklagte, dass sie zwar eine Gedichtinterpretation in vier Sprachen schreiben könne, aber keine Ahnung habe, wie man die Steuer macht. 

Aus dem Wunsch, dass das unseren Schülern/-innen später nicht so gehen soll, entstand die Idee für den LBK-Kurs „Willkommen im Leben“ für die 9. und 10. Klassen.

Die Idee: Wir tun so, als wären die Teilnehmer/-innen im zweiten Lehrjahr und willens, von zuhause auszuziehen. Wie geht man in dieser Situation also am besten vor, damit der Start ins eigenständige Leben keine Bruchlandung wird?

16 wackere und interessierte Schüler/-innen ließen sich auf das Experiment ein.

Jeder suchte sich einen Beruf aus, den er sich als zukünftige Tätigkeit vorstellen könnte. Nach kurzer Recherche wusste jeder, wie viel Geld er im 2. Lehrjahr verdient. Und das wurde zur Ausgangslage des Kursgeschehens:

Alle Entscheidungen, die im Verlauf des Kurses getroffen werden – die Wahl der Wohnung, der Kauf von Lebensmitteln etc. –, hängen von dem Einkommen ab, das sie in dem Beruf, den sie für unser Szenario gewählt haben, erhalten. 

Erste Aha-Erlebnisse gab es schon bei der unterschiedlichen Menge an Geld, die jeder der Teilnehmer im Monat (fiktiv) zur Verfügung hat.

Unter diesen Voraussetzungen beschäftigt sich der Kurs nun also einmal pro Woche mit Themen rund um den Alltag nach der Schule: Von der Frage, worauf man bei der Wohnungssuche und einer WG-Gründung achten muss, über Umzugsplanung und Wohnungsputz, Schüler-BAföG, Girokonten, Gefahren beim Ratenkauf und das Führen eines Haushaltsbuchs bis hin zu der Frage, wie man Wäsche richtig wäscht und bügelt, ist alles dabei. 

Zusätzlich bearbeiten die Schüler/-innen zuhause Aufgaben, die ihnen in ihrem zukünftigen Leben hoffentlich weiterhelfen: Sei es das Bügeln von Hemden, das ordentliche und effektive Putzen des Badezimmers oder das fachgerechte Braten eines Spiegeleis – für jede Lebenslage ist etwas dabei. Und der Fotonachweis als Beleg für getane Arbeit wird natürlich von den Eltern unterschrieben und beurteilt.

Alles wirklich Wissenswerte rund um das Thema „Steuererklärung“ haben die Schüler/-innen mittlerweile übrigens auch erfahren. Nur an der Gedichtinterpretation müssen wir noch ein wenig arbeiten ...

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